Einbauten in einer Mietwohnung

Wenn Umbauten in einer Mietwohnung vorgenommen werden sollen, ist immer auch zu beachten, dass diese je nach Umfang der Umbauten genehmigungspflichtig sein können. So brauchen Sie eine Zustimmung des Vermieters, um die Mietsache verändern zu können.

Genehmigungspflichtig sind insbesondere solche Veränderungen an der Mietwohnung, die dauerhaft mit der Wohnung und dem Gebäude verbunden werden. Wenn also die Änderungen nicht ohne weiteres wieder rückgängig gemacht werden können, müssen Sie um Zustimmung bitten. Ein Beispiel dafür wäre der Einbau eines behindertengerechten Badezimmers oder die Entfernung von Türschwellen.

In den allermeisten Fällen sollten altersgerechte Assistenzsysteme, die eine Hausautomatisierung erlauben, nicht genehmigungspflichtig sein. Oft sind die einzigen Teilkomponenten, die tatsächlich dauerhaft mit der Mietsache verbunden werden, Lichtschalter, Thermostate, Bewegungsmelder und ähnliches. Diese können jedoch in der Regel anstelle von vorhandenen Lichtschaltern installiert werden und ein Rückbau in den ursprünglichen Zustand ist ohne größere Umstände möglich. Wenn Sie zum Beispiel Lichtschalter und Steckdosen austauschen möchten, empfiehlt es sich, lediglich die Originale einzulagern. So gibt es bei der Renovierung beim Auszug kein Problem.

Im Rahmen der Mietrechtsreform aus dem Jahr 2001 wurde diesbezüglich vom Gesetzgeber vorgesorgt. Das heißt, dass Sie einen gesetzlichen Anspruch auf die Zustimmung Ihres Vermieters haben, wenn die von Ihnen geplanten Maßnahmen dem Interesse dienen, eine behindertengerechte Nutzung der Wohnung zu ermöglichen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie selber oder ein Haushaltsangehöriger eine Behinderung haben. Allerdings ist der Vermieter nur verpflichtet, Ihnen derartige Umbauten zu genehmigen – eine Pflicht zur Beteiligung an den hierfür entstehenden Kosten besteht nicht.

Der guten Ordnung halber ist darauf hinzuweisen, dass der Zustimmungsanspruch immer unter dem Vorbehalt einer gegenseitigen Interessenabwägung steht. So können der Grad der Behinderung, die Beeinträchtigung anderer Mieter und die Erheblichkeit der Veränderung der Mietsache ausschlaggebend sein. Im Zweifel ist der Anspruch aber grundsätzlich nicht zu verweigern.

Kleiner Tipp am Rande:

An dieser Stelle jedoch ein kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie dem Vermieter glaubhaft und nachvollziehbar darlegen können, dass Ihr Vorhaben auch nach Beendigung Ihres Mietverhältnisses zu einer nachhaltigen und dauerhaften Verbesserung der Mietsache führen kann, lohnt es sich, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Oftmals sehen diese sich dann bereit, Sie zu einem gewissen Grad mit Kompetenz, Rat oder einer Kostenteilung zu unterstützen. Auch wenn die soziale Ader Ihres Vermieters trockener ist als die Wüste Gobi. In jedem Fall kostet Fragen nichts.