Finanzierung

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt es?

Die altersgerechte Anpassung von Wohnraum beziehungsweise der Abbau von barrieren sind schon lange wichtige Wohnungs- und stadenteicklungspolitische punkte. Mal abgesehen davon, dass dies ohnehin ein dringendes Anliegen einer sozialen Gesellschaft sein sollte.

Daher gibt es einige staatlich geförderte Finanzierungsmöglichkeiten und steuerliche Erleichterungen die hierfür herangezogen werden können.

Finanzierung durch die KfW

Zinsgünstige Darlehen werden sowohl für Vermieter als auch für die Mieter angeboten. Diese können unabhängig vom Alter, Einkommen oder etwaigen Pflegestufen in Anspruch genommen werden um bauliche Vorsorge für das Leben im Alter zu treffen. Maßgeblich ist hierbei das Einhalten eines gewissen Mindestmaßes zur Reduzierung von barrieren. Das insbesondere deshalb wichtig da das Erreichen von “echter” Barrierefreiheit gemäß DIN 18-040-2 oft mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden ist.

Damit können vielfältigste Maßnahmen gefördert werden und eben insbesondere auch baugebundene und altersgerechte Assistenzsysteme. Somit können diese Kredite für auch für Projekte im Bereich Hausautomation und Haussteuerung in Anspruch genommen werden. Der maximal mögliche Kreditbetrag beläuft sich auf 50.000 € mit einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,75 %. Die Finanzierung ist unabhängig vom Alter des Antragstellers. Mehr Informationen dazu erhaltet Ihr direkt von der KfW: „Altersgerecht Umbauen – Kredit“.

Weiterhin bietet die KfW in diesem Rahmen auch Investitionszuschüsse an, falls Sie aufgrund Ihres Alters kein Darlehen aufnehmen möchten. Diese Mittel stehen sowohl für die Reduzierung von barrieren zur Verfügung, als auch zum Zweck der Kriminalitätsprävention. Also sind auch einbruchshemmende Maßnahmen zuschussfähig. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die direkten monetären Zuschüsse ausschließlich für private Eigentümer von Wohnraum angeboten werden.

Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren können mit bis zu 6.250 € und Maßnahmen zum Einbruchschutz mit bis zu 1.500 € pro Wohnung bezuschusst werden. Die Investitionszuschüsse können flexibel mit anderen Finanzierungen kombiniert werden. Voraussetzung ist jeweils ein minimales Investitionsvolumen von 2.000 €.

Genau wie bei den zinsgünstigen Darlehen sind auch bei den Zuschüssen baugebundene und altersgerechte Assistenzsysteme bewilligungsfähig.

Aktueller Hinweis: Für das Kalenderjahr 2016 wurden vom Bund für direkte Investitionszuschüsse 49 Millionen € zur Verfügung gestellt. Dieses Kontingent wurde bereits voll ausgeschöpft, so dass erst für das Jahr 2017 wieder Zuschüsse bewilligt werden können. Mehr Informationen könnt Ihr direkt bei der KfW finden: „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“.

Finanzierung durch die Pflegeversicherung

Nicht zuletzt können der Bund und auch die Länder selbst im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung unterstützen. Wenn bei Ihnen oder Ihren Angehörigen eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde kann auch auf Finanzierungsmittel aus der Pflegeversicherung zurückgegriffen werden. Hierbei werden ganz allgemein Maßnahmen unterstützt die der Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes dienlich sind.

So können die Pflegekassen finanzielle Zuschüsse für die Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes gewähren. § 40 Abs. 4 SGB XI sieht Maßnahmen dann als bewilligungsfähig an, wenn dadurch entweder die häusliche Pflege ermöglicht beziehungsweise erheblich vereinfacht wird, oder wenn dadurch eine möglichst selbständige Lebensführung wiederhergestellt werden kann. Die maximale Zuschusshöhe für einzelne Maßnahme beträgt 4.000 €, in einer Wohngemeinschaft kann dieser Höchstsatz auch pro Kopf berechnet werden bis zu einer Zuschusshöhe von maximal 16.000 € für eine Maßnahme.

Um den Zuschuss bewilligt zu bekommen ist keine ärztliche Verordnung notwendig, Sie brauchen lediglich eine Empfehlung des medizinischen Dienstes Ihrer Krankenkasse oder einer Pflegefachkraft. Wenn Ihnen eine Empfehlung vorliegt, können Sie einen Kostenvoranschlag einholen und diesen zusammen mit der Empfehlung bei der Krankenkasse einreichen. Idealerweise sollten Sie sich auch schon erkundigen ob eventuell Ihr Vermieter der geplanten Maßnahme zustimmen muss, dies ist bei den meisten altersgerechten Assistenzsystemen nicht notwendig. Nachdem Sie alle Unterlagen eingereicht haben, berechnet die Pflegeversicherung den möglichen Zuschussbetrag und wird Sie darüber informieren.

Diese Zuschüsse werden immer für einzelne Umbaumaßnahmen bewilligt. Sofern Sie sich für eine spätere Erweiterung des altersgerechten Assistenzsystems entscheiden, können Sie diese nach dem gleichen Prozedere bei Ihrer Krankenkasse melden.